Als Vegetarier in Südamerika
Hin und wieder gelangen Vegetarier auf diese Website, die sich offenbar darüber informieren möchten, ob man in Peru vegetarisch über die Runden kommen kann. In einem früheren Beitrag hatte ich im Zusammenhang mit meiner Entscheidung, vegetarisch zu leben, meine Reise nach Peru erwähnt, habe dabei aber nur in einem Nebensatz erwähnt, wie gut es funktionierte.
Wie ist es also als Vegetarier in Südamerika? Grundsätzlich wird dort schon viel mit Fleisch und Fisch gekocht. Die meisten Gerichte auf den Speisekarten der Restaurants und Imbissbuden sind “con carne” – also mit Fleisch. Gerichte, die wir hierzulande mit Mittel- und Südamerika verbinden, basieren ja auch überwiegend auf Fleisch: das Rindersteak aus Argentinien oder das Chili con Carne aus Mexico (natürlich haben Gerichte, die wir mit Mexico & Co. in Verbindung bringen nicht immer viel mit dem zu tun, was dort wirklich gegessen wird). In Peru ist zudem das Fleisch von Alpacas (dem Lama und dem Schaf nicht ganz unähnlich) und Meerschweinchen eine Spezialität. Überall wo “guy” drauf steht, ist der hierzulande als niedliches Haustier gehaltene Nager drin. Davon sollten sich nicht nur Vegetarier fern halten sondern auch alle, die es nicht übers Herz bringen, ein Meerschweinchen auseinander zu nehmen, denn es landet unzerlegt auf dem Teller.
Vegetarier sollten auf südamerikanischen Speisekarten nach dem Hinweis “vegetariano” Ausschau halten. Die meisten etwas besseren Restaurants (besser = für uns trotzdem nicht teuer) listen einige vegetarische Gerichte in ihren Karten auf. Andere weisen nicht separat auf vegetarische Speisen hin, bieten sie aber trotzdem an. In diesem Fall sollte man vor allem auf die verdächtigen Wörter “carne” (Fleisch), “pescado” (Fisch), “salmón” (Lachs), “camarón” (Shrimps), “pollo” (Hühnchen) achten. Zur Sicherheit kann man sich natürlich auch beim Kellner vergewissern, ob das Gericht “sin carne” (ohne Fleisch) oder “vegetariano” ist. Ich kann nur sagen, dass ich damals als Neu-Vegetarier und ohne nennenswerte Spanischkenntnisse meistens etwas für mich gefunden habe, fast immer war es also in Ordnung, sich erstmal in ein Restaurant zu setzen und sich erst dann die Speisekarte anzuschauen. Wenn möglich, ist es aber natürlich sinnvoller, vorher einen Blick darauf zu werfen.
Außerdem kann ich empfehlen, in den bekannten Reiseführern nachzuschlagen. Der Lonely Planet für Peru, Mexico, Argentinien, Chile & Co. weist auf Restaurants hin, die viele vegetarische Gerichte anbieten. Darüber hinaus gibt es in größeren Städten auch das eine oder andere rein vegetarische Restaurant. Allerdings waren meine Erfahrungen mit diesen Lokalen nicht die allerbesten. Zwar konnte man dort nicht aus Versehen ein Fleischgericht bestellen, allerdings war die Qualität unbefriedigend. Es gab vor allem normale Fleischgerichte mit zähem oder geschmacklosem Fleischersatz. Besser gefahren bin ich in “normalen” Restaurants. Deren vegetarische Gerichte waren wesentlich kreativer.
Ein einziges Mal bin ich in Peru in einem Restaurant gelandet, das nur Fleisch- und Fischgerichte anbietet. Das Lokal wurde nur von Peruanern besucht und war für Touris wohl nicht gedacht. Doch auf meine Nachfrage, ob es denn gar nichts “sin carne” gäbe, kam man mir freundlich entgegen und hat mir tatsächlich ein kleines Mittagsmenü zusammengestellt, das so gar nicht auf der Karte stand. Wenn man als Vegetarier also tatsächlich mal nichts auf der Speisekarte findet, kann man auf die Freundlichkeit der Südamerikaner zählen. Ich werde also weiterhin nach Südamerika reisen, ohne mir Sorgen zu machen, nichts zu essen zu finden oder irgendwem besondere Umstände zu bereiten.
Uber den Autor
Patrick ist Inhaber dieser Website. Auf gesuenderleben.org schreibt er darüber, wie er etwa 60 kg abgenommen hat, zum Vegetarier wurde und nun viel Sport treibt, um sein Gewicht zu halten (z.B. Halbmarathons laufen).






2 Antworten zu "Als Vegetarier in Südamerika"
Südamerika ist ein Land der Fleischesser – aber es werden immer weniger
Wenn das Restaurant nichts vegetarisches auf der Karte hat, dann kann man wirklich mit der Gastfreundlichkeit der Leute rechnen, die stellen dann einfach ein vegetarisches Gericht zusammen.
Liebe Freunde! Wir betreiben ein vegetarisches Gaestehaus zwei Stunden von Cusco entfernt im warmen Limatambotal. Wir bieten ausschliesslich vegetarische und veganische Naturkost mit frischen Zutaten aus unserem eigenen (chemie-freien) Garten. Auch bieten wir Yogaklassen und Meditation an, sowie Wanderungen und Exkursionen in der Umgebung. Mehr Information auf unserer Webseite: http://www.yogalimatambo.com
Anmerkung von Patrick: Eigentlich halte ich nichts von Kommentar-Spam, aber für ein vegetatisches Gästehaus in Peru mache ich mal eine Ausnahme
Hinterlassen Sie Ihre Antwort