Gewichtsabnahme dokumentieren

Erst kürzlich habe ich darüber geschrieben, dass ich keine Diät machen würde, ohne mir eine Personenwaage angeschafft zu haben. Bei meiner Diät ist ganz entscheidend gewesen, dass ich am Anfang der Wahrheit ins Auge gesehen habe. Bei einem Ausgangsgewicht von 150,6 kg wusste ich somit ganz genau, wie viel Gewicht ich verlieren müsste, um meine Ziele zu erreichen.

Während der ersten Tage meiner Diät habe ich bereits sehr viel Gewicht verloren. Nach 14 Tagen war ich schon etwa 10 kg leichter. Natürlich handelte es sich dabei nicht ausschließlich um Fett, vermutlich nicht einmal mehrheitlich. Ein großer Teil der ersten 10 kg war nur Wasser. Dennoch empfand ich es als sehr motivierend, innerhalb kurzer Zeit schon große Erfolge zu sehen. Ich wog mich jeden Tag mindestens einmal morgens und abends. Allerdings konnte ich mir schon bald nicht mehr merken, wie viel die Waage noch vor drei Tagen oder gar einer Woche anzeigte. Daher entschloss ich mich, meine Gewichtsabnahme fortan zu dokumentieren.

Auf manch einen mag das kleinlich wirken. Viele raten auch, sich nicht jeden Tag allzu sehr mit seinem Gewicht zu beschäftigen. Mir hat es jedoch sehr geholfen. Ich motiviere mich vor allem über Ziele und das tägliche kleine Erfolgserlebnis. Daher schreibe ich seit dem 13. April 2010 bis heute mein Gewicht abends und morgens auf. Ein entsprechender Zettel hängt gleich über der Waage an der Wand. Etwa zwei Wochen passen auf eine Seite, dann wird umgedreht oder das Blatt gewechselt.

Es hat mir viel Motivation gegeben, jede Woche zu sehen wie das Gewicht gesunken ist. Auf bestimmte Grenzen (z.B. 140, 130, 120 kg..) habe ich gezielt hingearbeitet und konnte bei normalem Verlauf in etwa hochrechnen, wann ich sie unterschreiten würde. Mit der Zeit habe ich für jedes Kilo natürlich immer länger gebraucht. Zeitweilig tat sich auch mal wenig aber ich wusste, dass der nächste Schub immer kommen würde, solange ich diszipliniert bleibe.

Mittlerweile bleibt das Gewicht auch mal 10 Tage völlig konstant, auch weil ich das Abnehmen als beinahe abgeschlossen ansehe nachdem ich mein letztes Ziel (90 kg) erreicht habe. Ich werde die Liste trotzdem noch eine Weile weiterführen, um mein Gewicht nicht gleich wieder aus den Augen zu verlieren, wie es mir schon einmal passiert war (Jojo-Effekt). Wie lange ich das weiter so handhaben werde: keine Ahnung. Vermutlich bis ich das Gefühl habe, einen guten Ausgleich zwischen Energiezufuhr und Energieabgabe gefunden und eine gesunde Ernährung nachhaltig verinnerlicht zu haben.

Ob andere mit diesem Modell gut fahren, kann ich nicht beurteilen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht und kann es daher nur wärmstens empfehlen, seine Fortschritte zu dokumentieren und sich damit weiter zu motivieren.

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Patrick schrieb 62 Artikel für GesünderLeben.org

Patrick ist Inhaber dieser Website. Auf gesuenderleben.org schreibt er darüber, wie er etwa 60 kg abgenommen hat, zum Vegetarier wurde und nun viel Sport treibt, um sein Gewicht zu halten (z.B. Halbmarathons laufen).

5 Antworten zu "Gewichtsabnahme dokumentieren"
  1. Antworten Stephan 17. Januar 2011 13:32 pm

    Hi Patrick,

    ich habe zwar noch nie auch nur einen Bruchteil dessen abgenommen, was du abgenommen hast, aber ich dokumentiere für mich gerne nicht (nur) das Gewicht, sondern den Bauchumfang. Für Fortgeschrittene ist vielleicht auch das Taille-Hüfte Verhältnis interessant.

    Ich kann aber auch vollkommen bestätigen, wie hilfreich solche “Dokumentationen” für das Erreichen aller möglichen Ziele hilft.

    • Antworten Patrick 17. Januar 2011 14:45 pm

      Hallo Stephan,

      stimmt, den Bauchumfang dokumentiere ich auch, wenn auch wesentlich seltener (ist ja klar). Bei SPIEGEL ONLINE gab’s mal ein Maßband zum ausdrucken ;-) Seitdem beobachte ich auch den Bauchumfang und notiere auf dem Maßband jeweils das aktuelle Datum.

  2. Antworten Christian 20. Januar 2011 08:44 am

    Ich habe mich in 2007 mal von 90 auf 70 kg reduziert und kann nur bestätigen: Einfach alles aufschreiben! Gewicht, Ernährung, Bewegung, Gefühl usw.
    Ich finde es hilft, sich so intensiv mit sich und der Diät zu bgeschäftigen und kann sich hinterher nicht nur am eigenen Gewicht, sondern auch an den Aufzeichnungen ergötzen, was man da geleistet hat ;)

    • Antworten Patrick 20. Januar 2011 09:08 am

      Hallo Christian, danke für Deinen Kommentar :-)
      Ich schaue tatsächlich jetzt schon ganz gern mal auf die Aufzeichnungen, um mir den Verlauf anzuschauen und in welch kurzer Zeit das alles passiert ist. Ganz so weitgehende Notizen wie Du habe ich leider nicht. Immerhin zeichne ich meine sportlichen Erfolge seit drei Monaten nun auf (mithilfe einer App).

  3. Antworten David Williams 3. Mai 2012 14:54 pm

    Es ist aber auch wichtig, alle Faktoren festzu halten. Eine Körperfettwaage zeigt, dass man durchaus zunehmen kann, wenn man fitter wird, durch Muskelaufbau, besonders da Muskel schwerer sind als Fett. Wenn ich nun im Frühling mehr Fahrrad fahre merke ich das auch da dran, dass ich zunächst etwas an Gewicht abnehme, dann aber wieder zunehme, obwohl ich weniger Fett habe. Der Hersteller meiner Waage rät auch dazu, die daten über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren, was ich damit mache, dass ich jeden Samstag alle Werte fotografiere. Leider hat noch kein Hersteller (soweit ich weiß() eine Waage mit Export-Funktion, z.B. per Speicherkarte oder WLAN, auf den Markt gebracht, obwohl es viele Waagen mit interner Speicherfunktion gibt.

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